Aktuelle Studie zum Mindestlohn

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) hat eine Untersuchung über die Effekte des gesetzlichen Mindestlohns auf die Arbeitszeit von Minijobbern veröffentlicht. Danach ist die durchschnittliche Arbeitszeit von Minijobbern 2015 im Vorjahresvergleich in Ostdeutschland um gut 5 Prozent gesunken, im Westen halb so viel.

Im Gastgewerbe sind diese Rückgänge doppelt so hoch, und zwar liegen sie in Westdeutschland bei rund 5 Prozent, in Ostdeutschland bei rund 10 Prozent. Das IAB führt die Rückgänge im Westen insbesondere darauf zurück, dass ohne die Arbeitszeitreduzierung Sozialversicherungspflicht eingetreten wäre. Im Osten geht es davon aus, dass sowohl die Arbeitszeit als auch die Anzahl der Minijobber stärker angepasst wurde. Auch die Zahl der Überstunden ist leicht zurückgegangen, wobei Überstunden ohnehin nur von einem sehr kleinen Teil der Minijobber geleistet werden. Unbezahlte Überstunden kommen praktisch nicht vor.

 

Erstaunlich ist, dass auch die „flexiblen Überstunden“ rückläufig sind und insgesamt nur bei 3 Prozent der Minijobber vorkommen. U.E. sind gerade bei Minijobbern Arbeitszeitkonten eine gute Möglichkeit, Flexibilität zu wahren, ohne in das Risiko eines Überschreitens der Geringfügigkeitsschwelle zu geraten.

 

Die Zahl der Minijobber im Gastgewerbe ist durch den Mindestlohn entgegen häufiger Behauptungen in Medien und Politik nicht gesunken: Betrachtet man die aktuellen März-Zahlen, so verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit von 2014 auf 2015 eine Steigerung um 1,3 Prozent, von 2015 auf 2016 sogar eine Steigerung um 3,3 Prozent. Das ist zwar wesentlich weniger als die Steigerung bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (in diesen zwei Jahren insgesamt +11,1 %) aber dennoch ein Plus.
Dies zeigt, dass die Betriebe die Minijobber weiter unbedingt brauchen, um die Flexibilitätsherausforderungen meistern zu können.

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